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Wenn Retourenprozesse mit dem Wachstum nicht mehr mithalten
Erstellt: 13.10.2026 Lesedauer: 7 Minuten

Inhaltsverzeichnis
- Key Takeaways
- Warum Retouren mit dem Wachstum überproportional teuer werden
- Nicht jede Branche trägt dasselbe Retourenrisiko
- Retourengründe sind wertvolle Prozessdaten
- Woran ihr erkennt, dass bisherige Prozesse nicht mehr skalieren
- Vom Kostenblock zum Optimierungshebel
- Retourenmanagement skalieren heißt, Kontrolle zu behalten
- FAQ
Key Takeaways
Steigendes Versandvolumen verändert die Retourenlogik. Prozesse, die bei 100 Bestellungen pro Tag noch funktionieren, werden bei 500 oder 1.000 Sendungen schnell zum Engpass.
Retouren sind nicht nur ein Kostenfaktor. Sie sind auch ein Belastungstest für eure Prozesse.
Was bei niedrigerem Versandvolumen noch mit manuellen Prüfungen, Excel-Listen und individuellen Absprachen funktioniert, kann bei wachsendem Bestellvolumen schnell zum Engpass werden.
Entscheidend ist deshalb nicht nur eure Retourenquote. Entscheidend ist auch, ob euer Retourenprozess mit dem Wachstum Schritt hält.
Warum Retouren mit dem Wachstum überproportional teuer werden
Die Herausforderung beginnt häufig nicht bei der ersten Retoure, sondern mit steigendem Versandvolumen.
Was bei 100 Bestellungen am Tag noch mit Excel-Listen, manuellen Prüfungen und einzelnen Arbeitsplätzen funktioniert, stößt bei 500 oder 1.000 Sendungen zunehmend an Grenzen.
Denn mit der Anzahl der Retouren steigen auch Klärfälle, Rückfragen, Prüfaufwand und Liegezeiten. Jeder zusätzliche manuelle Schritt erhöht den Aufwand. Fehlen standardisierte Abläufe, belastbare Bestandsdaten oder eine schnelle Zuordnung von Rücksendungen, können die Kosten pro Retoure schneller steigen als das Bestellvolumen.
Viele Händler betrachten deshalb vor allem die Retourenquote. Für die Profitabilität ist aber eine zweite Frage mindestens genauso wichtig: Skaliert euer Retourenprozess genauso zuverlässig wie euer Umsatz?
Nicht jede Branche trägt dasselbe Retourenrisiko
Fashion ist ein Extremfall, aber nicht der einzige.
Laut EHI berichten 87,7 % der Textilhändler von Retourenquoten bis 50 %. Bei weiteren 12,2 % liegen sie darüber. Andere Sortimente haben niedrigere Quoten, können dafür aber höhere Verluste pro Einzelfall verursachen.
Eine niedrige Retourenquote ist deshalb kein Grund, den Prozess aus den Augen zu verlieren. Entscheidend ist, wie hoch der Aufwand pro Rücksendung ist und wie zuverlässig ihr jeden Vorgang steuern könnt.
Retourengründe sind wertvolle Prozessdaten
Eine Verbraucherbefragung von KPMG in Zusammenarbeit mit dem EHI zeigt, warum Kunden Ware zurückschicken. Mehrfachnennungen waren möglich:
Viele dieser Gründe entstehen bereits vor der Rücksendung, zum Beispiel im Shop, im Produktdatensatz, bei der Verpackung oder in der Qualitätssicherung vor dem Versand.
Damit werden Retourengründe zu Prozessdaten. Wenn ihr nachvollziehen könnt, welcher Artikel aus welchem Grund zurückkommt, könnt ihr wiederkehrende Muster erkennen und gezielter auf Ursachen reagieren.
Genau daran hakt es häufig. Laut EHI erfassen nur 29,5 % der Händler Retourengründe vollautomatisiert, während 34,4 % weiterhin manuell arbeiten.
Freitexte und manuelle Listen lassen sich nur schwer strukturiert auswerten. Ohne eine belastbare Datenbasis bleibt deshalb oft unklar, welche Produkte, Varianten oder Prozessschritte besonders häufig Probleme verursachen.
Woran ihr erkennt, dass bisherige Prozesse nicht mehr skalieren
Retourenprobleme entstehen selten durch einen einzelnen Fehler. Häufiger sind Abläufe die Ursache, die für ein niedrigeres Volumen entwickelt wurden und mit dem Wachstum nicht mehr sauber mithalten.
Manuelle Zuordnungen, Excel-Auswertungen, Papierlisten oder isolierte Einzellösungen verursachen mit jeder zusätzlichen Rücksendung mehr Arbeit. Gleichzeitig steigt das Risiko, dass Ware länger im Klärprozess liegt und später wieder für den Verkauf verfügbar wird.
Der Engpass ist dann nicht die Retoure selbst. Es ist der Prozess rund um die Retoure.
Vom Kostenblock zum Optimierungshebel

Retouren verschwinden nicht. Sie sind gesetzlich verankert und für viele Zielgruppen ein relevantes Kaufkriterium. Beeinflussen könnt ihr vor allem zwei Größen: die Kosten pro Vorgang und die Zeit, die ein Artikel im Prozess verliert.
Genau an diesen operativen Abläufen setzt Descartes pixi™ an. Das Warehouse Management System (WMS) unterstützt euch dabei, Rücksendungen systematischer zuzuordnen, zu prüfen, zu dokumentieren und wieder einzulagern.
Rücksendungen schneller zuordnen
Scanbasierte Prozesse reduzieren das Risiko von Fehlsendungen erheblich. Kommt es zu einer Rücksendung, könnt ihr den Vorgang über den Barcode der RMA-Nummer (Return Merchandise Authorization) oder der Sendungsnummer direkt dem zugehörigen Auftrag zuordnen.
Das reduziert manuelle Sucharbeit und hilft dem Lagerteam, Rückläufer schneller in den richtigen Prozess zu bringen.
Prüfabläufe standardisieren
Standardisierte Retourenabläufe helfen euch, steigende Rücksendungsmengen zu bewältigen, ohne das Lagerteam im gleichen Verhältnis vergrößern zu müssen.
Damit wird der Prozess weniger abhängig von individuellen Absprachen und einzelnen Mitarbeitenden.
Retourengründe strukturiert erfassen
Am Prüfplatz lassen sich Retourengründe strukturiert dokumentieren. Statt einzelner Freitexte entsteht eine auswertbare Datenbasis zu Artikeln, Varianten, Größen und Rückgabegründen.
Diese Informationen können euch dabei helfen, wiederkehrende Muster zu erkennen und gezielter an den Ursachen zu arbeiten.
Zustand und Sonderfälle nachvollziehbar dokumentieren
Fotodokumentation hält den Zustand der Ware beim Wareneingang fest. Dadurch entsteht eine nachvollziehbare Grundlage für Wertersatz, Kunden- und Lieferantenreklamationen oder Betrugsfälle.
Kommentare im WMS halten zusätzlich Sonderfälle direkt am Vorgang fest, anstatt Informationen über separate E-Mail-Verläufe zu verteilen.
Wiederverkaufsfähige Ware schneller verfügbar machen
Die automatische Wiedereinlagerung bringt wiederverkaufsfähige Ware schneller zurück in den verfügbaren Bestand.
Auswertungen können außerdem auffällige Artikel und Varianten sichtbar machen. Diese Daten bilden eine Grundlage für bessere Produktbeschreibungen, präzisere Größenangaben oder Sortimentsentscheidungen.
Retourenmanagement skalieren heißt, Kontrolle zu behalten
Wachsende Händler brauchen nicht nur bessere Zahlen zu ihren Retourenkosten, sondern Prozesse, die auch bei höherem Volumen zuverlässig funktionieren.
Wenn ihr Rücksendungen schneller zuordnet, prüft, dokumentiert und wieder einlagert, sinkt der manuelle Aufwand pro Vorgang. Gleichzeitig gewinnt das Lagerteam mehr Kontrolle über Peaks, Klärfälle und Bestände.
Im ersten Teil dieser Serie haben wir gezeigt, was eine Retoure wirklich kostet und warum das Rücksendelabel nur einen Teil der Gesamtkosten ausmacht. Dieser zweite Teil macht deutlich, warum genau diese Kosten mit dem Wachstum steigen können und wo strukturierte Prozesse ansetzen.
Prüft, ob euer Retourenprozess mit eurem Wachstum Schritt hält.
FAQ
Quellenangaben
- EHI Retail Institute: Zwischen Retouren und Rentabilität, Pressemitteilung vom 27.11.2025 (Datenbasis: Onlinebefragung von 124 Onlinehändlern in der DACH-Region, Sommer 2025) – https://www.ehi.org/
presse/ zwischen-retouren-und-rentabilitaet/ - EHI Retail Institute: Studie Versand-, Verpackungs- und Retourenmanagement im E-Commerce 2025 – https://ehi.org/
produkt/ studie-versand-und-retourenmanagement-im-e-commerce-2025-pdf/ - EHI Retail Institute / KPMG: Retouren als Chance, Consumer Snapshot 2025 (Verbraucherbefragung, Quelle für die Retourengründe) – https://www.ehi.org/
themen/ logistik-verpackung/ retouren-als-chance/ - EHI Retail Institute: Das Retouren-Dilemma, stores+shops (Quelle für Branchenquoten Sport und Freizeit, Spielwaren und Babyartikel sowie A-Ware-Anteil; Erhebung 2019) – https://www.stores-shops.de/
technology/ ehi-studie-das-retouren-dilemma/ - Trusted Returns / OnePoll: Retouren-Report 2025, zitiert nach LOGISTIK HEUTE, 03.10.2025 – https://logistik-heute.de/
news/ retouren-komplizierte-rueckgabeprozesse-behindern-kundenbindung-228194.html - IT-Recht Kanzlei: Widerrufsrecht bei benutzten Kosmetikprodukten – https://www.it-recht-kanzlei.de/
benutzte-kosmetikprodukte-widerruf.html









