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Kommissionierarten im Überblick: Welche Pick-Strategie passt zu eurem Lager?

Erstellt: 02.03.2023   Aktualisiert: 15.05.2026   Lesedauer: 8 Minuten

Kommissionierarten im Überblick: Einstufige & mehrstufige Kommissionierung

Key Takeaways

  • Die Wahl der richtigen Kommissionierarten beeinflusst Produktivität, Skalierbarkeit und Kundenzufriedenheit direkt.
  • Einzelkommissionierung eignet sich vor allem für kleinere Auftragsvolumen oder spezielle Business-to-Business (B2B)-Szenarien.
  • Die mehrstufige Kommissionierung reduziert Laufwege und steigert die Effizienz im Lager deutlich.
  • Einstufige und mehrstufige Kommissionierung lösen unterschiedliche Herausforderungen in der Versandabwicklung.
  • Moderne Warehouse Management Systeme (WMS) ermöglichen es euch, flexibel zwischen verschiedenen Kommissionierarten zu wechseln.

Effiziente Kommissionierarten sind ein entscheidender Erfolgsfaktor im E-Commerce. Je schneller und fehlerfreier ihr Bestellungen bearbeitet, desto zufriedener sind eure Kundinnen und Kunden. Gleichzeitig steigen mit wachsendem Bestellvolumen auch die Anforderungen an eure Lagerprozesse. Genau deshalb lohnt es sich, die verschiedenen Kommissionierarten genauer zu betrachten.

Einzel- oder Sammelkommissionierung habt ihr sicher schon einmal gehört. Doch welche Methode eignet sich für welches Szenario? Und wie könnt ihr Laufwege reduzieren, Fehler vermeiden und eure Prozesse skalierbar gestalten? In diesem Beitrag erhaltet ihr einen Überblick über die wichtigsten Kommissionierarten und erfahrt, wann die mehrstufige Kommissionierung besonders sinnvoll ist.

Was bedeutet Kommissionierung?

Kommissionierung beschreibt den Prozess, bei dem Artikel aus eurem Gesamtsortiment auftragsbezogen zusammengestellt werden. Mitarbeitende im Lager entnehmen also die Produkte aus den jeweiligen Lagerplätzen und bereiten sie für den Versand vor.

Dabei spielt nicht nur die Art des Pickens eine Rolle, also ob manuell, halbautomatisch oder vollautomatisch gearbeitet wird. Mindestens genauso wichtig ist die gewählte Pick-Strategie. Besonders relevant im E-Commerce sind dabei verschiedene Kommissionierarten wie Einzelkommissionierung, einstufige Kommissionierung und mehrstufige Kommissionierung.

Einzelkommissionierung: Einfach, aber oft zeitintensiv

Bei der Einzelkommissionierung wird jede Bestellung einzeln bearbeitet. Dieses Verfahren wird auch als „Single Order Picking“ bezeichnet.

Nach Bestelleingang läuft eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter mit einer Pickliste durch das Lager und sammelt alle Artikel für genau einen Auftrag ein. Anschließend wird die Bestellung verpackt, Versanddokumente werden erstellt und das Paket etikettiert. Erst danach beginnt der nächste Auftrag.

Nachteile der Einzelkommissionierung

Bei der Einzelkommissionierung wird jede Bestellung einzeln bearbeitet. Dieses Verfahren wird auch als „Single Order Picking“ bezeichnet.

Nach Bestelleingang läuft eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter mit einer Pickliste durch das Lager und sammelt alle Artikel für genau einen Auftrag ein. Anschließend wird die Bestellung verpackt, Versanddokumente werden erstellt und das Paket etikettiert. Erst danach beginnt der nächste Auftrag.

  • Lange Laufwege verlangsamen die Auftragsbearbeitung und kosten wertvolle Zeit.
  • In Peak-Phasen steigt die Belastung für euer Lagerteam deutlich an.
  • Manuelle Prozesse erhöhen das Risiko für Pick-Fehler und Fehlmengen.

  • Das Verfahren lässt sich nur eingeschränkt skalieren.

Vor allem bei variantenreichen Sortimenten, etwa in Fashion oder Beauty, passieren schnell Verwechslungen bei Größen, Farben oder Ausführungen. Die Folge sind unnötige Retouren, zusätzliche Kosten und unzufriedene Kundinnen und Kunden.

Sammelkommissionierung: Mehr Effizienz durch gebündelte Pick-Prozesse

Die Sammelkommissionierung, auch „Multi Order Picking“ genannt, bündelt mehrere Aufträge in einem einzigen Picklauf. Ziel ist es, Laufwege deutlich zu reduzieren und die Produktivität im Lager zu steigern.

Eine moderne Lagerlogistik-Lösung optimiert dabei zusätzlich die Pickreihenfolge. Mitarbeitende werden auf der effizientesten Route durch das Lager geführt, wodurch Suchzeiten und unnötige Wege entfallen. Fashion-Händler und pixi Kunde SportSpar.de kann dadurch immense Sprünge in der Kommissionierung machen und ist in der Versandabwicklung um 500 % effizienter.

Welche Arten der Sammelkommissionierung gibt es?

Grundsätzlich lassen sich drei Varianten unterscheiden:

So funktioniert die einstufige Kommissionierung

Bei der einstufigen oder auch rollenden Kommissionierung erfolgen Picken und Sortieren in einem einzigen Arbeitsschritt.

Zunächst wird eine Pickliste beziehungsweise eine Welle mit mehreren Bestellungen erzeugt. Anschließend wird ein Pickwagen mit Behältern ausgestattet. Jede Box entspricht dabei genau einer Kundenbestellung.

Während des Pickvorgangs werden die Artikel direkt der jeweiligen Bestellung zugeordnet. Das bedeutet: Sobald ein Produkt entnommen wird, landet es unmittelbar im richtigen Behälter.

Vorteile der einstufigen Kommissionierung

  • Direkte Zuordnung der Artikel zur Bestellung reduziert zusätzliche Sortierschritte
  • Hohe Transparenz während des gesamten Pick-Prozesses
  • Besonders effizient bei kleineren bis mittleren Warenkörben
  • Weniger Kommissionier- und Versandfehler durch direkte Bestellzuordnung

Mehrstufige Kommissionierung: Picken und Sortieren getrennt

Bei der mehrstufigen Kommissionierung werden die Prozessschritte „Picken“ und „Sortieren“ voneinander getrennt.

Zunächst werden alle Artikel einer Pickliste gesammelt, ohne sie einzelnen Bestellungen zuzuordnen. pixi Kunde bw-online-shop zeigt euch im Clip, wie dieser Schritt funktioniert:

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Erst im zweiten Schritt erfolgt die auftragsbezogene Sortierung der Produkte. Die Zuordnung geschieht meist per Barcodescan mittels eines Geräts zur mobilen Datenerfassung (MDE) über ein Warehouse Management System (WMS). Die Artikel werden anschließend den jeweiligen Behältern an einer sogenannten Sortwall (oder auch Putwall oder Sortier-Wand) zugewiesen.

Wann eignet sich die mehrstufige Kommissionierung?

Die mehrstufige Kommissionierung eignet sich besonders dann, wenn:

  • viele Aufträge gleichzeitig bearbeitet werden müssen
  • Bestellungen ähnliche Artikel enthalten
  • hohe Versandvolumina effizient verarbeitet werden sollen
  • Laufwege maximal reduziert werden müssen

Gerade in Peak-Zeiten oder bei Sale-Aktionen kann die mehrstufige Kommissionierung die Produktivität erheblich steigern.

Sonderfall: Kommissionierung für 1-Artikel-Bestellungen

Viele Online-Shops, insbesondere im Marktplatzgeschäft, bearbeiten große Mengen sogenannter Einpöster-Aufträge. Dabei besteht eine Bestellung nur aus einem einzigen Artikel. 

Für dieses Szenario gibt es besonders effiziente Verfahren wie das „1-Scan-Shipping" von Descartes pixi™. Hier werden die Artikel zunächst gesammelt gepickt und anschließend direkt zum Packplatz gebracht. Dort reicht ein einziger Barcodescan aus, um alle Versanddokumente automatisch zu erzeugen.

„Durch das neue System von pixi konnten wir unsere Fehlerquote im Versand deutlich reduzieren und die Versandmengen pro Arbeitsplatz um etwa 20 % steigern. Dies hilft uns gerade während einer Saison, da weniger Aushilfskräfte benötigt werden bzw. diese ohne Artikelkenntnis fehlerfreie Leistungen bringen.“

Daria May, Geschäftsführerin, Das Kostümland

Das Einsortieren in Sortwall-Behälter entfällt vollständig. Dadurch reduziert sich die Anzahl der Arbeitsschritte deutlich. Mit dem 1-Scan-Shipping Prozess in pixi WMS können einzelne Mitarbeiter:innen am Tag bis zu 1.300 Sendungen verschicken. Wie das abläuft, sieht man hier im Video-Clip bei unserem Kunden SportSpar.de:

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Welche Kommissionierarten passen zu eurem Business?

Die optimale Pick-Strategie hängt immer von euren individuellen Anforderungen ab. Entscheidend sind unter anderem:

  • euer tägliches Bestellvolumen
  • die Größe und Beschaffenheit eurer Produkte
  • die Struktur eurer Warenkörbe
  • saisonale Peaks und Rabattaktionen
  • der Anteil von Business-to-Business (B2B)- und Business-to-Consumer (B2C)-Bestellungen

Wann eignet sich Einzelkommissionierung?

Einzelkommissionierung kann sinnvoll sein, wenn ihr:

  • noch geringe Versandmengen verarbeitet
  • besonders große oder schwere Produkte versendet
  • viele individuelle B2B-Aufträge bearbeitet

Wann lohnt sich die mehrstufige Kommissionierung?

Die mehrstufige Kommissionierung bietet Vorteile, wenn ihr:

  • viele kleinere Bestellungen verarbeitet
  • Laufwege reduzieren möchtet
  • saisonale Peaks effizient bewältigen müsst
  • eure Prozesse skalierbar aufstellen wollt

Kürzere Laufwege und optimierte Pick-Prozesse können die Produktivität in der Versandabwicklung deutlich steigern. Eine moderne Lagerlogistik-Lösung sollte euch dabei nicht auf nur eine Strategie festlegen. Stattdessen solltet ihr flexibel zwischen verschiedenen Kommissionierarten wechseln können, abhängig von Sortiment, Warenkorbstruktur oder saisonalen Anforderungen.

Fazit: Die richtige Pick-Strategie schafft Skalierbarkeit

Effiziente Kommissionierung ist weit mehr als nur das Zusammenstellen von Bestellungen. Die richtige Strategie hilft euch dabei, Laufwege zu reduzieren, Fehlerquoten zu senken und eure Prozesse nachhaltig zu skalieren.

Ob Einzelkommissionierung, einstufige Kommissionierung oder mehrstufige Kommissionierung: Entscheidend ist, dass eure Prozesse zu eurem Geschäftsmodell passen und flexibel auf Wachstum reagieren können.

Wenn ihr eure Lagerprozesse zukunftssicher aufstellen möchtet, lohnt sich der Blick auf moderne Warehouse Management Systeme und intelligente Pick-Strategien.

FAQ

Zu den wichtigsten Kommissionierarten zählen die Einzelkommissionierung, die einstufige Kommissionierung und die mehrstufige Kommissionierung. Welche Methode am besten geeignet ist, hängt von eurem Bestellvolumen, Sortiment und den Lagerprozessen ab.

Bei der mehrstufigen Kommissionierung werden die Prozesse „Picken“ und „Sortieren“ voneinander getrennt. Dieses Verfahren eignet sich besonders für hohe Versandvolumen, da mehrere Aufträge gebündelt bearbeitet und anschließend effizient sortiert werden können.

Die mehrstufige Kommissionierung reduziert Laufwege, steigert die Effizienz im Lager und verbessert die Skalierbarkeit bei wachsendem Bestellvolumen. Besonders in Peak-Phasen profitieren Online-Händler von schnelleren Prozessen.

Die einstufige beziehungsweise rollende Kommissionierung eignet sich besonders für Online-Shops mit kleineren bis mittleren Warenkörben und hohem Business-to-Consumer (B2C)-Aufkommen. Da Artikel direkt während des Pickens einzelnen Aufträgen zugeordnet werden, entfällt ein zusätzlicher Sortierschritt.

Effiziente Kommissionierarten helfen euch dabei, Bestellungen schneller und fehlerfreier zu bearbeiten. Gleichzeitig reduziert ihr unnötige Laufwege und schafft skalierbare Prozesse für weiteres Wachstum im E-Commerce.